| Interview zwischen Pete Coutts und unserem Vorstand |
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Geschrieben von: Pete Coutts | Mittwoch, 01. Oktober 2008 um 13:24
Die Pressemitteilung zum neu gegründeten Joomla! Deutschland e.V.
ist nun doch erst ein paar Stunden alt, schon konnte ich mit dem amtierenden 1. Vorsitzenden, Nikola Petrovic (Nik) ein ausführliches
Interview rund um den Verein, die Pläne und dessen Ziele führen.
J!CH: Der Verein Joomla! Deutschland wurde ja nun schon einige Zeit
vorher gegründet,
Nik:
Zum einen, einfach an gewissen gesetzlichen Regelungen. Einen
Verein, der bundesweit agiert, den macht man nicht mal eben so auf
die Schnelle. Da wir mit vielen anderen Institutionen und
Organisationen zusammenarbeiten und gemeinsame Jugendprojekte
erarbeitet haben, musste hier erst die rechtliche Grundlage stimmen.
Zudem hat der Verein auch mit OSM und dem Core-Team, lange und
ausführliche Gespräche geführt. Wobei das weniger das Problem war.
Es sind eben die Gesetzgebungen in Deutschland. Gerade als Verein,
der nicht nur Jugendarbeit macht, sondern auch noch weitere
Bereiche, wo Behörden involviert sein müssen, da kann man nicht mal
eben so um die Ecke kommen und sagen: „Huhu, wir sind da!”. Es
brauchte einfach seine Zeit für die Vorbereitungen, Erlaubnisse und
weitere Organisationen.J!CH: Inwiefern unterscheidet sich den der Joomla! Deutschland e.V. vom Mambo / Joomla e.V. denn es ja nun schon ein Weilchen gibt? Nik: Auf Mambo e.V. möchte ich nicht groß eingehen. Es war mal in deren Planung, daraus einen „Joomla e.V.” zu machen. Fakt ist aber, dass es leider nie umgesetzt wurde. Es gibt den Joomla!-Verein, allerdings nicht eingetragen im deutschen Vereinsregister. Das ist einer der Unterschiede. Wir sind im Vereinsregister eingetragen. Alleine so was kann schon mal gut 8 bis 12 Wochen dauern. Der weitere Unterschied liegt darin, dass wir „Aktiv” sind. Die Gründungsmitglieder haben jeder ihren Bereich, für den sie verantwortlich sind. Wir haben nicht nur Jugendprojekte, die wir bereits angefangen haben umzusetzen, sondern auch weitere. So werden wir zum Beispiel zum Auftakt des nächsten Jahres weitere Projekte nicht nur anschieben, sondern auch aktiv fördern. J!CH: Euer Verein hat sich ja einiges an Aufgaben gestellt, zum einen ist es die Verbreitung von Joomla! selbst, zudem wollt Ihr auch anderen Open-Source-Projekte fördern, wie stellt sich das dar? Nik: Fang ich mal mit dem ersten Teil Deiner Frage an. Wir vertreten nicht nur den Verein in der Öffentlichkeit sondern auch im Vordergrund Joomla!. So wie zum Beispiel auf der Open-Source-Expo in Mainz. Das wird die erste von vielen Veranstaltungen sein, wo wir Joomla! präsentieren. Die Open-Source-Szene besteht aber nicht nur aus Joomla!. So werden gerade Workshops für weitere Projekte in kleinen Teams erarbeitet und dann, nach und nach, auch umgesetzt. Hier möchte ich einfach mal erwähnen, dass die meisten Gründungsmitglieder zwar sich sehr gut mit Joomla! auskennen, aber auch mit anderen Anwendungen. So zum Beispiel mit Büroanwendungen und hier sind dann die Brücken, die zueinander passen. Nur weil sich jemand mit Joomla! auskennt, muss es ja nicht heißen, mehr kann er nicht. J!CH: Ein Blick in die Glaskugel, wie sieht die nahe Zukunft aus, was kann die Community erwarten? Nik: Wir sind erst einmal mit der Open-Source-Expo beschäftig. Du bist einer der wenigen, die es kennen und wissen. Der Satz: „Wir fahren zur Expo” ist schneller gesagt als getan. Hier sind viele kleine Baustellen, die gelöst werden müssen und organisiert werden wollen. So wird zum Beispiel Alex Kempkens einen Vortrag abhalten. Da kann man nicht mal eben anrufen und sagen: „Du kommst und hältst eine Rede”. Auch das will geplant sein. Wir wollen es selbstverständlich nicht nur bei dieser einen Veranstaltung belassen. Wir planen nebenher bereits jetzt weitere. Über diese wird dann aber auch zum richtigen Zeitpunkt berichtet werden. J!CH: Das nächste Highlight wird ja sicher die Präsenz an der Open-Source-Expo in Mainz Ende Oktober sein, was erwartet Ihr als Verein davon? Nik: Tja, Messen und Veranstaltungen sind immer eine eigene Sache. Wir hoffen natürlich, dass die Open-Source-Expo gut besucht wird. Das dort aber auch neue und zusätzliche Kontakte nicht nur angebändelt werden, sondern das daraus eventuell mehr entstehen kann. Jede Messe ist nicht nur ein Punkt des persönlichen Kennenlernens, sondern auch des Austausches. J!CH: Wie war die Reaktion aus der Community zum Verein? Nik: Gespalten, wie immer. Es gibt viele, die sich einfach nur freuen, dass es doch noch Menschen gibt die nicht nur reden, sondern sich auch sagen: „Wir tun etwas!”. Pete, das kennst du ja auch, viele wollen reden und reden und haben doch eigentlich nichts gesagt. Du kennst mich in dem Punkt, wenn ich was sage, dann wird es auch gemacht. Ich bin bei dem Verein nur ein Rad von vielen. Nicht jeder der da mitwirkt, ist auch gleich Gründungsmitglied. Hier war ich persönlich ein wenig enttäuscht, dass es den einen und den anderen gibt und gab, der, der Meinung war: „Alles ist nur dummes Zeug”. Dem Verein, sowie auch mir kommt es in erster Linie darauf an, dass wir zwar auch miteinander reden aber bitte konstruktiv, sodass dabei in einer relativ kurzen Zeit handfeste Pläne entstehen. Es soll ja in der Tat Menschen geben, die andere nicht mögen, ich schließ mich da nicht aus. Heisst es dann gleich, dass man nicht wegen der „Sache”, des „Projektes”, zusammenarbeiten kann? Und da sollte dann jeder vernünftig denkende Mensch sich selber mal an die eigene Nase fassen. Der Verein hat sich nicht zusammengesetzt, um persönlichen Interessen in den Vordergrund zu schieben, so wie es einige andere tun und dabei das Wesentliche vergessen und daher schlechte Arbeit verrichten, sondern damit gesetzte Ziele in der Tat auch umgesetzt werden. Jeder, der mag und kann, darf sich gerne einbringen. Solange es konstruktiv und fördernd ist. J!CH: Wo siehst Du das Unmachbare und das Machbare an dem Verein? Nik: Für mich gibt es ein „Unmachbar” nicht. Jedes Problem hat eine Lösung. Einer hat eine Idee, viele haben natürlich viele Ideen. Hier gilt es, die guten von den weniger guten Ideen zu filtern. Da wir zum Glück nicht nur auf uns angewiesen sind, sondern auch behördliche Unterstützungen erhalten, lassen sich relativ rasch gute Lösungen finden. Ich entsinne mich eines kleinen Gespräches mit einem netten Bekannten aus der Joomla!-Community. Ich zitier hier frei und kurz seine Antwort: „Das hab ich nicht gewusst” und genau darum geht es. Erst müssen die Ziele und die Wege dahin geebnet sein, dann fängt man eigentlich an, diese umzusetzen und genau an dieser Stelle, darf man auch gerne über das eine oder andere reden. Selbst jetzt, wo wir uns hier unterhalten, laufen weitere Projekte! Macht es Sinn, dass ich Dir Pete nun sage, was da gerade gemacht wird? Es könnte ja sein, dass das, was dort gemacht wird, nicht wirklich funktioniert. Dann haben wir uns über was unterhalten, was niemandem wirklich etwas bringt. J!CH: Darf ich das so werten, dass Du auf gewisse Reaktionen anspielen möchtest? Nik: Ja und nein. Jeder, der im öffentlichen Blickpunkt arbeitet, kennt es. Es gibt doch nichts schöneres, als sich über die Misserfolge andere zu ergötzen. Ich finde, sowas zeigt den Charakter der Person. Ich habe mega Respekt vor Menschen, so wie Andreas Duswald. Er hatte eine Version, die hat er verfolgt und verfolgt sie immer noch. Ich möchte sagen, Menschen, die den Mut besitzen, was umzusetzen ohne wirklich zu wissen ob es klappt oder nicht, haben meinen totalen Respekt. Oder schau Dir mal das Joomla!-Magazin an. Dort sind Gelder geflossen, die erahnen andere nicht einmal. Aber schön, dass diese Personen sagen, haben wir nicht gebraucht, war eh Blödsinn. Nun, es zeigt uns leider, dass diese Personen eigentlich nur neidisch auf die sind, die diesen Mut haben. Nicht nur Reden, sondern auch Machen. Ob und wie viel Zeit, Geld, Kontakte oder persönlicher Einsatz gebracht wurde oder wird, muss schlussendlich jeder selber wissen. J!CH: Wie wir gehört haben, soll der Verein auch für Joomla.de zuständig sein, was ist da dran? Nik: Im Gegensatz zu den Gerüchten, hat weder der Verein noch einzelne Personen sich um die Aufgabe gedrängt. Der Verein wurde gefragt, ob er diese Aufgabe übernehmen möchte. Hierzu wurde ein Konzept erarbeitet und eingereicht. Hier kann sich jeder aussuchen, an welchen Teilen des Konzeptes er mitwirken kann. Jeder und damit meine ich wirklich jeder, ist aufs herzlichste eingeladen sich aktiv an diesem Projekt zu beteiligen. Der Verein hat nur die operative Verantwortung übernommen, dass diese Website wieder mit Leben gefühlt wird. Hier ist aber auch die Community gefragt. Das Konzept ist aber auch für jeden einsehbar auf unserer Vereinshomepage. J!CH: Sprich, Joomla.de wird dann nicht nur von „ein Paar” weiter geführt, sondern sollte von der Community geprägt werden? Und wo können sich Interessierte hin wenden? Nik: Stimmt, jeder kann sich an den Verein als Träger wenden. Dies kann gerne via Mail oder auch direkt bei mir geschehen. Wo und wie ich erreichbar bin, steht auf der Vereinsseite. J!CH: Nik, vielen Dank für das offene Gespräch, zum Abschluss, möchtest Du noch etwas Allgemein an die Leser richten? Nik: Ich denke, das Wesentliche wurde gesagt. Ich möchte aber auch jeden einladen, sich an der Joomla.de zu beteiligen und wer Lust verspürt, sich am Verein zu beteiligen, darf das auch gerne tun. Anregungen sind immer gerne gesehen. Nur durch aktive Vorschläge, kann sich etwas weiter entwickeln. Nun, wünschen wir dem Joomla! Deutschland e.V. einen guten Start, den Teilnehmern an der Open-Source-Expo viel Spaß und gutes Gelingen und Bedanken uns bei Nik für das Gespräch! |



